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Prof. Dr. Veronika Grimm

Prof. Dr. Veronika Grimm

Inhaberin des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie

Lebenslauf

Veronika Grimm (Jahrgang 1971) studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Hamburg und Kiel und promovierte 2002 an der Humboldt-Universität Berlin. Nach ihrer Promotion lehrte und forschte sie an der Universität Alicante, Spanien, am CORE (Université Catholique de Louvain, Belgien) und ECARES (Université Libre de Bruxelles, Belgien) sowie an der Universität Köln, wo sie 2008 habilitierte.

Seit 2008 ist Prof. Grimm Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie an der Universität Erlangen-Nürnberg und Direktorin des „Laboratory for Experimental Research Nuremberg (LERN)“. Seit 2010 ist sie Leiterin der Abteilung „Economy“ des Energie Campus Nürnberg (EnCN).

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Grimm liegen in den Bereichen Verhaltensökonomik, experimentelle Wirtschaftsforschung, Industrieökonomik, Auktionen und Marktdesign, letzteres mit einem Schwerpunkt auf Energiemärkte. Ihre Beiträge beschäftigen sich vorwiegend mit der Entwicklung guter Marktregeln und Institutionen, auch unter Berücksichtigung verhaltensökonomischer Erkenntnisse. Prof. Grimm hat am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften das „Laboratory for Experimental Research Nuremberg (LERN)“ aufgebaut, das seit Sommer 2010 in Forschung und Lehre zum Einsatz kommt.

Mehr Informationen finden Sie auch auf der Website des Lehrstuhls.

2018

2017

2016

2018

2017

2016

2017

2016

  • Speicher B - Effiziente Wasserstofflogistik
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Energie Campus Nürnberg (EnCN2)
    Laufzeit: 01.01.2017 - 31.12.2021
    Mittelgeber: andere Förderorganisation, Bayerische Staatsministerien
    Die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel. Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Besondere Herausforderungen stellen sich jedoch bspw. bei den Themenfeldern der Reichweite, Ladeinfrastruktur, Netzbelastung und im Schwerlastverkehr. Kurz- bis mittelfristig ist daher davon auszugehen, dass batterieelektrische Fahrzeuge durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe wie Wasserstoff ergänzt werden. Vor allem auf Grund des schwierigen Handlings und der geringen volumetrischen Energiedichte des Gases ist eine effiziente Logistik ein elementarer Baustein der Wasserstoffmobilität. Im Forschungsschwerpunkt „Effizient Wasserstofflogistik“ des Teilprojekts „Speicher B“ des EnCN2 befasst sich ein interdisziplinäres Team von Ingenieuren und Ökonomen mit der Zukunft der Wasserstoffmobilität. Für die Logistik bieten sogenannte LOHCs (Liquid Organic Hydrogen Carrier) eine innovative Alternative zu Druckwasserstoff, kryogenem Wasserstoff oder der on-site Produktion durch Elektrolyse. Durch eine katalytische Hydrierung können die Wasserstoffmoleküle am flüssigen LOHC chemisch gebunden und anschließend als Flüssigkeit verlustfrei gelagert und transportiert werden. An der Tankstelle kann der Wasserstoff freigesetzt werden. Der  LOHC steht somit für eine erneute Beladung zur Verfügung. Durch mathematische Modelle werden die verschiedenen Technologien und Mobilitätskonzepte hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit, aber auch auf ihren Einfluss auf das Energiesystem, hin untersucht und eingeordnet.
  • Energiemarktdesign
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Energie Campus Nürnberg (EnCN2)
    Laufzeit: 01.01.2017 - 31.12.2021
    Mittelgeber: andere Förderorganisation, Bayerische Staatsministerien
    URL: http://www.encn.de/en/forschungsthemen/energiemarktdesign/
    Im Projekt „Energiemarktdesign“ des EnCN2 befasst sich ein Forscherteam aus ökonomen, Mathematikern und Juristen mit den wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Transformation des Energiesystems. Ziel ist es, die Methoden der Energiemarktmodellierung weiterzuentwickeln und mit fundierten Analysen zum energiepolitischen Diskurs in Deutschland und Europa beizutragen. Im Bereich des Strommarkts liegen die Schwerpunkte insbesondere auf der Steuerungswirkung des Marktdesigns für regulierten Netzausbau und privatwirtschaftliche Investitionen, sowie der Identifikation von Rahmenbedingungen auf Verteilnetzebene, die Geschäftsmodelle regionaler Stakeholder als Flexibilitätsoptionen nutzbar zu machen. Zur Adressierung dieser komplexen ökonomischen Fragestellungen werden im Projekt „Energiemarktdesign“ auch die mathematischen Techniken entwickelt, um die Lösbarkeit der betrachteten Modelle zu gewährleisten. Eine weitere zentrale Fragestellung ergibt sich aus der wachsenden Bedeutung der Sektorkopplung. In dem Projekt sollen hierzu Modelle zur Bewertung des europäischen Gasmarktdesigns zur Anwendung kommen, die im SFB Transregio 154 zur mathematischen Modellierung, Simulation und Optimierung von Gasnetzwerken von den Projektpartnern entwickelt werden. Langfristiges Ziel der Arbeitsgruppe ist es, in einer integrierten Betrachtung änderungen am Strom- und Gasmarktdesign mit ihren Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen untersuchen zu können
  • Wohlfahrtsoptimale Nominierungen in Gasnetzen und zugehörige Gleichgewichte
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: SFB TRR 154 “Mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung am Beispiel von Gasnetzen”
    Laufzeit: 01.10.2016 - 30.06.2018
    Mittelgeber: DFG / Sonderforschungsbereich / Transregio (SFB / TRR)
    URL: http://trr154.fau.de/index.php/de/teilprojekte/b08
    Ziel dieses Teilprojekts ist die Analyse der Beziehung zwischen (i) den Gleichgewichten in einfachen Wettbewerbsmodellen des Gasmarktes und (ii) der Lösung eines korrespondierenden einstufigen Wohlfahrtsmaximierungsproblems. Ein tiefgehendes Verständnis dieses Zusammenhangs ist eine zwingende Voraussetzung für eine Analyse des in Europa vorherrschenden Entry-Exit-Systems im Gashandel unter Einbeziehung der physikalischen Eigenschaften des Gasflusses. Ähnliche Fragestellungen wurden bereits in der Strommarktliteratur ausführlich analysiert. Aufgrund der Komplexität der Modellierung von Gasflüssen im Netzwerk ist eine entsprechende Analyse von Gasmärkten jedoch von deutlich höherer Komplexität: Zum einen sind Gasflüsse in Netzwerken nicht konvex modellierbar aufgrund der zugrundeliegenden physikalischen Prozesse. Dies impliziert, dass klassische Optimalitätsbedingungen nicht hinreichend sind. Zum anderen erfordert der Gastransport den Einsatz aktiver Elemente wie Schieber oder Kompressoren. Diese Elemente erfordern den Einsatz von Binärvariablen, die weitere Nicht-Konvexitäten in den zugrundeliegenden Gleichgewichtsproblemen implizieren.
    Als Ergebnis des Projekts soll ein erstes Referenzmodell erarbeitet werden, das die Analyse der Gasphysik und die Analyse von Gasmärkten verbindet. Dieses Modell soll die Basis darstellen für die weitergehende Analyse mehrstufiger Modelle von Gasmärkten mit einem Entry-Exit System. Darüber hinaus erweitern die Resultate das Verständnis von binären Gleichgewichtsproblemen.
  • Dezentralität und zellulare Optimierung – Auswirkungen auf den Netzausbaubedarf
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Ausrichtung und Fortführung der Energiewende werden in diesem Forschungsprojekt Flexibilitätsoptionen sowie alternative Rahmenbedingungen am Strommarkt als Ergänzung bzw. Alternative zur Netzausbauplanung analysiert. Mit dieser Studie wird die Grundlage dafür geschaffen, das Verfahren des Netzausbaus systematisch weiter zu fassen und bisher wenig berücksichtigte methodische Ansätze und Flexibilitätsoptionen zu integrieren. Das Design der Studie und das darin verwendete Modell basiert auf dem FAU/EnCN-Gutachten für die Monopolkommission aus dem Jahr 2015, das erstmals eine integrierte Analyse von Netzausbauplanung und zukünftigen Rahmenbedingungen am Strommarkt erlaubt. Das dort verwendete Strommarktmodell wird in dieser Studie insbesondere um die Analyse zusätzlicher Flexibilitätsoptionen und die endogene Optimierung der Technologiewahl und der räumlichen Anordnung der erneuerbaren Energien erweitert.
  • Flexible Verbraucher im Deutschen Strommarkt
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.11.2015 - 31.01.2016
    Mittelgeber: Industrie
    Im Rahmen des Forschungsprojekts soll die Attraktivität von Geschäftsmodellen evaluiert werden, die auf die Flexibilisierung von großindustriellen Anlagen setzen. Durch die Flexibilisierung entstehen Kosten, die jedoch aufgewogen werden können durch die Möglichkeit, vorwiegend zu Zeiten niedriger Strompreise zu produzieren. Je stärker die Preisschwankungen, desto attraktiver sind derartige Geschäftsmodelle. Handelt es sich bei den Anlagen um Großverbraucher, so ist jedoch zu erwarten, dass die Anlagen selbst die Preisschwankungen im System abmildern und somit die Profitabilität derartiger Geschäftsmodelle für weitere Akteure reduzieren. Diese Effekte werden in dem  Projektvorhaben mit dem EnCN Strommarktmodell untersucht.
  • Experimentelle Validierung von Indikatoren des Managerverhaltens in Betriebsbefragungen
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 02.04.2015 - 31.12.2016
    Mittelgeber: andere Förderorganisation
    Ziel des Projekts ist es den Zusammenhang zwischen Managerverhalten und betrieblichen Variablen zu untersuchen. Dabei sollen zuerst adäquate Verhaltensindikatoren in Befragungen identifiziert und dann im Rahmen von kontrollierten Laborexperimenten validiert werden. Die Experimente dienen dazu, grundsätzliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Indikatoren und wirtschaftlich relevantem Handeln aufzuzeigen und zu analysieren. Das Projekt soll die Grundlage schaffen, um die identifizierten Verhaltensindikatoren mit Hilfe von kurzen Fragen oder kleinen Entscheidungen auch in Befragungen erheben zu können
  • Evaluation eines Smart Grid-Feldexperiments
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.01.2014 - 31.12.2015
    Mittelgeber: Industrie
    Der Lehrstuhl von Frau Prof. Grimm kooperiert im Rahmen eines Feldversuchs zu verbundenen Kleinspeicheranlagen mit der N-ERGIE AG Nürnberg. Ein zentral koordinierter „Schwarm“ von Energiespeichern soll unter anderem Primärregelleistung erbringen, den Eigenverbrauch erhöhen und das Verteilernetz der Energieversorger entlasten.
  • Internationales Doktorandenkolleg (IDK) „Evidence Based Economics“
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.10.2013 - 30.09.2021
    Mittelgeber: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (ab 10/2013)
    URL: http://www.ebe.econ.uni-muenchen.de/index.html
    Das vom Elitenetzwerk Bayern geförderte Internationale Doktorandenkolleg (IDK) „Evidence Based Economics“ verfolgt das Ziel, den Doktorandinnen und Doktoranden die verschiedenen Fähigkeiten zu vermitteln, die erforderlich sind, um inhaltlich innovative und methodisch hochmoderne Forschungsprojekte innerhalb des Paradigmas der evidenzbasierten Volkswirtschaftslehre zu entwickeln und erfolgreich durchzuführen. Das IDK „Evidence Based Economics“ unterscheidet sich von existierenden Doktorandenprogrammen durch die Integration von Wirtschaftstheorie und empirischer Wirtschaftsforschung sowie durch die konsequente Einbeziehung von Kooperationspartnern im In- und Ausland. Es bereitet die Doktorandinnen und Doktoranden optimal auf anspruchsvolle Tätigkeiten in akademischen und nicht-akademischen Bereichen vor, in denen die souveräne Beherrschung evidenzbasierter Methoden erforderlich ist
  • Experimentelle Studien zur Auswirkung von kollektiven Lohnverhandlungen auf den Gender Wage Gap
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.12.2012 - 30.12.2015
    Mittelgeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
    URL: http://www.wirtschaftstheorie.wiso.uni-erlangen.de/de/tarifverhandlungen-und-equal-pay/
    Lohnunterschiede sind in Betrieben, die Tarifverträge anwenden, zwar geringer als in anderen Unternehmen – jedoch besteht auch hier noch eine signifikante Lohnlücke. In dem Projekt sollen mögliche Ansatzpunkte für einen Abbau verbleibender Lohnunterschiede im Rahmen von kollektiven Lohnverhandlungen identifiziert werden. Ansatzpunkt sind stilisierte Verhandlungssituationen. Im Rahmen von ökonomischen Experimenten soll mittels „simulierter Verhandlungen“ folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie und warum können sich in kollektiven Lohnverhandlungen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ergeben? Lassen sich Lohnunterschiede durch eine erhöhte Transparenz abbauen? Welche Rolle spielen die Struktur von Verhandlungssituation und das institutionelle Umfeld? Welche Rolle spielen Normen und Konventionen, die das Umfeld prägen, in dem die Akteure interagieren? Welche Rolle spielen die sozialen Präferenzen der Akteure?
  • Trust in Character, Capability and Institutions
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.06.2012 - 31.05.2015
    Mittelgeber: Industrie
    In diesem Projekt haben wir eine experimentelle Studie über europäische Bürger durchgeführt, bei der interkulturelle Wahrnehmungen in Bezug auf Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit betrachtet werden. Wir haben Stichproben aus den fünf Hauptwirtschaftsräumen der Euro-Zone verwendet: Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien. Wir finden heraus, dass europäische Bürger die Nationalität anderer Personen nutzen, um Rückschlüsse auf deren Verhalten zu ziehen. Bei der Beurteilung des Verhaltens zeigt sich hier ein Nord/Süd Muster: Über Teilnehmer aus nördlichen Ländern wird angenommen, dass sie ehrlicher sind als Teilnehmer aus südlichen Ländern und sich zudem mehr Mühe geben, wenn es darum geht anderen zu helfen. Das tatsächliche Verhalten steht jedoch nicht immer im Einklang mit dem erwarteten Verhalten. Bei der Beurteilung der Ehrlichkeit von anderen Personen finden wir Beweise für soziale Projektion: Die Teilnehmer erwarten von anderen europäischen Bürgern, dass sie weniger ehrlich sind, wenn deren Kultur der eigenen näher ist. Wenn es darum geht die Hilfsbereitschaft anderer Personen einzuschätzen, zeigt sich, dass sowohl nordeuropäische Bürger als auch südeuropäische Bürger die Hilfsbereitschaft von Nordeuropäern höher einschätzen als die von Südeuropäern.
  • Implementierung im Marktumfeld
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Solarfabrik der Zukunft: Smart Grid Solar
    Laufzeit: 01.06.2012 - 31.05.2017
    Mittelgeber: Europäische Union (EU), Bayerische Staatsministerien
    URL: http://smart-grid-solar.de/arbeitspakete/marktimplementierung.html
    Seit der Liberalisierung des Energiemarktes liegen die verschiedenen Entscheidungen bezüglich der optimalen Energieversorgung in Deutschland nicht mehr in der Hand komplett integrierter Versorgungsunternehmen. Entscheidungen werden dezentral von vielen verschiedenen Marktteilnehmern getroffen. Über die gesamtwirtschaftliche Optimierung des Zusammenspiels von Netzen, Erzeugern, Speichern und Verbrauchern bei der Planung von Smart Grids hinaus, spielt hier auch die Frage eine zentrale Rolle, inwiefern das momentan geltende Marktsystem zusammen mit wirtschaftspolitischen Steuerungsmechanismen (z.B. die im EEG getroffenen Regelungen) in der Tat zu einer Implementierung des optimalen Systems durch die einzelnen Akteure am Markt führt.
    Als Kernstück der ökonomischen Analyse soll die Implementierung eines Smart Grid Systems durch die relevanten Marktteilnehmer unter verschiedenen politischen Rahmensetzungen quantitativ analysiert werden. Der Vergleich mit den im Bereich Optimierung und Simulation erhaltenen Optimal-Lösungen ermöglicht dann eine Identifikation der notwendigen vorzunehmenden Änderungen am Marktumfeld und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
  • Taxation, Social Norms, and Compliance: Lessons for Institution Design
    (FAU Funds)
    Das Ziel der Forschungsinitiative “Taxation, Social Norms, and Compliance: Lessons for Institution Design” ist die Erforschung von individuellen und sozialen Determinanten der Steuerehrlichkeit. Insbesondere soll die Rolle von Institutionen sowie sozialen und kulturellen Normen für die Steuerehrlichkeit untersucht werden. Im Hinblick auf formale Institutionen befasst sich die Initiative mit dem Design von Steuersystemen ebenso wie mit der Rolle von Steuerverwaltung und -beratung. Um die große Bedeutung der Präferenzen für Fairness und der persönlichen Wahrnehmung des Verhaltens Anderer zu entsprechen, liegt besonderes Augenmerk auf der Rolle von sozialen und kulturellen Normen. Schließlich wird in mehreren verhaltensökonomischen Teilprojekten das Entscheidungsverhalten individueller Steuerpflichtiger explizit modelliert.
  • Economy
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Energie Campus Nürnberg (EnCN1)
    Laufzeit: 29.07.2011 - 31.12.2016
    Mittelgeber: Bayerische Staatsministerien
    URL: http://www.encn.de/de/ueber-uns/gruendungsprojekte/economy/
    ECONOMY untersucht die Einflüsse von Marktdesign und Regulierung auf die Entwicklung des Stromsektors und die wirtschaftlichen Schlüsselfaktoren. Methodisch kombinieren die Experten dazu theoretische, empirische und experimentelle Verfahren. Analysiert werden etwa Regeln der Preisbildung an der Leipziger Strombörse, die Folgewirkungen des Emissionshandels, sowie Alternativen zur derzeitigen Praxis der Förderung von erneuerbaren Energien durch das EEG. Eine hervorgehobene Betrachtung kommt der integrierten Sichtweise von Kraftwerksinvestitionen und Netzausbau zu. Der wirtschaftliche Nutzen innovativer Technologien wie Smart Metering und Smart Grid werden durch diese Arbeitsgruppe fundiert bewertet. Weiterhin gehen die Wissenschaftler der Fragestellung nach, mit welchen Technologien der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix auch langfristig und nachhaltig gesteigert werden kann. Auf Basis gesicherter Forschungsergebnisse beteiligt sich der EnCN am energiepolitischen Diskurs.
  • Die Entstehung von Reputation in Wirtschaftsbeziehungen
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.04.2010 - 20.09.2012
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/166176814
    Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Reputation in wirtschaftlichen Beziehungen entsteht. Oft kann in Geschäftsbeziehungen nicht auf eigene Erfahrungen mit Partnern zurückgegriffen werden. Die Reputation von Geschäftspartnern spielt daher in vielen Märkten eine zentrale Rolle. Während die Wirkung von Reputation bereits häufig im Mittelpunkt von Untersuchungen zu diesem Thema stand, fokussiert das vorliegende Projekt die Entstehung von Reputation und beleuchtet diese sowohl theoretisch als auch empirisch.  Der Fokus liegt hierbei auf Reputation, die in der Interaktion zwischen Geschäftspartnern entsteht, während „institutionalisierte“ Reputationsmechanismen (z.B. formelle Rankings auf Online-Plattformen oder die Berichterstattung in den Medien) bewusst ausgeklammert werden. Auf Grundlage spieltheoretischer Überlegungen wird mithilfe von Laborexperimenten untersucht, welche Voraussetzungen die Entstehung von Reputation forcieren und welche Umstände die Entstehung von Reputation eher behindern. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse der Laborexperimente mit Felddaten validiert werden.

  • Sustainable Business Models in Energy Markets: Perspectives for the Implementation of Smart Energy Systems
    (FAU Funds)
    Laufzeit: 01.01.2014 - 31.12.2017
    The liberalization of electricity markets and the increasing advancement of renewable energy sources pose important new challenges and requirements for our energy system with regard to grid expansion, energy production, transmission, distribution, and innovative storage systems. A successful transformation into a smart energy system thereby crucially depends on adequate investment incentives and the attractiveness of the business models of involved stakeholders. The purpose of the research project "Sustainable Business Models in Energy Markets: Perspectives for the Implementation of Smart Energy Systems" is to provide a comprehensive analysis of the energy system, including the specific economic incentives and business models of all relevant stakeholders, the institutional environment and the technological perspectives. The aim of the project is to develop new and urgently needed insight into the interaction between business models and regulation while taking into account the technological framework, and to allow a more informed discussion and advice regarding political and regulatory frameworks to ensure a successful transition towards a smart energy system.
  • Experimentelle Studien zur Auswirkung von kollektiven Lohnverhandlungen auf den Gender Wage Gap
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.12.2012 - 30.12.2015
    Mittelgeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
    URL: http://www.wirtschaftstheorie.wiso.uni-erlangen.de/de/tarifverhandlungen-und-equal-pay/
    Lohnunterschiede sind in Betrieben, die Tarifverträge anwenden, zwar geringer als in anderen Unternehmen – jedoch besteht auch hier noch eine signifikante Lohnlücke. In dem Projekt sollen mögliche Ansatzpunkte für einen Abbau verbleibender Lohnunterschiede im Rahmen von kollektiven Lohnverhandlungen identifiziert werden. Ansatzpunkt sind stilisierte Verhandlungssituationen. Im Rahmen von ökonomischen Experimenten soll mittels „simulierter Verhandlungen“ folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie und warum können sich in kollektiven Lohnverhandlungen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ergeben? Lassen sich Lohnunterschiede durch eine erhöhte Transparenz abbauen? Welche Rolle spielen die Struktur von Verhandlungssituation und das institutionelle Umfeld? Welche Rolle spielen Normen und Konventionen, die das Umfeld prägen, in dem die Akteure interagieren? Welche Rolle spielen die sozialen Präferenzen der Akteure?
  • Trust in Character, Capability and Institutions
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.06.2012 - 31.05.2015
    Mittelgeber: Industrie
    In diesem Projekt haben wir eine experimentelle Studie über europäische Bürger durchgeführt, bei der interkulturelle Wahrnehmungen in Bezug auf Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit betrachtet werden. Wir haben Stichproben aus den fünf Hauptwirtschaftsräumen der Euro-Zone verwendet: Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien. Wir finden heraus, dass europäische Bürger die Nationalität anderer Personen nutzen, um Rückschlüsse auf deren Verhalten zu ziehen. Bei der Beurteilung des Verhaltens zeigt sich hier ein Nord/Süd Muster: Über Teilnehmer aus nördlichen Ländern wird angenommen, dass sie ehrlicher sind als Teilnehmer aus südlichen Ländern und sich zudem mehr Mühe geben, wenn es darum geht anderen zu helfen. Das tatsächliche Verhalten steht jedoch nicht immer im Einklang mit dem erwarteten Verhalten. Bei der Beurteilung der Ehrlichkeit von anderen Personen finden wir Beweise für soziale Projektion: Die Teilnehmer erwarten von anderen europäischen Bürgern, dass sie weniger ehrlich sind, wenn deren Kultur der eigenen näher ist. Wenn es darum geht die Hilfsbereitschaft anderer Personen einzuschätzen, zeigt sich, dass sowohl nordeuropäische Bürger als auch südeuropäische Bürger die Hilfsbereitschaft von Nordeuropäern höher einschätzen als die von Südeuropäern.
  • Bio-Objects and Bio-Subjects. Exploring the Interface of Science, Technology and Society
    (FAU Funds)
    Laufzeit: 01.01.2012 - 31.12.2014
    Innovations in biotechnology and the life sciences do not only yield great progress in various areas of scientific and technological research and thus also drive economic development, but they also dynamically chart the fundamental relationship between nature, technology, and society. In the future bio-objects will take a key position in dynamic, knowledge-based societies and economies that far exceeds their current importance. They subvert established categories (such as 'natural' vs. 'artificial', and, on a more basic level, 'object' vs. 'subject' and 'nature' vs. 'nurture'), thereby leaving the realm of the purely material and gaining a certain autonomy and independence from the contexts of their origin and use. It is the aim of the project to (1) identify bio-objects as a driving force for biotechnological developments, (2) chart their multidimensionality and (3) study their effect on agents and society. The conflicts that are expected to arise from this complexity are to be anticipated and structured. This approach allows the project to bring together all five FAU faculties; it is complemented by two external experts, Herbert Gottweis from Vienna and Jochen Taupitz from Mannheim.

Prof. Dr. Veronika Grimm

  • Tätigkeit: Dekanin der Fakultät, Sprecherin des Fachbereichs
  • Telefonnummer: +49 911 5302-650
  • E-Mail: veronika.grimm@fau.de