Maximilian Harl für den 23. Jahrgang der Bayerischen Eliteakademie (BEA) ausgewählt

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Bild: privat

„Verantwortung übernehmen und unsere Gesellschaft verbessern“, das treibt Maximilian Harl, der an der WiSo den Master International Information Systems studiert, an. Damit hat er die Jury der Bayerischen Eliteakademie (BEA) überzeugt, die ihn für den 23. BEA-Jahrgang ausgewählt hat. Insgesamt 40 junge Menschen aus elf bayerischen Universitäten und Hochschulen werden eine Weiterbildung zum Thema Führung und Verantwortung erhalten.

Führung und Ethik

Wenn das studienbegleitete Programm im August beginnt, werden 19 Frauen und 21 Männer aus Fachgebieten wie BWL, VWL, Chemie, Soziale Arbeit, Ingenieurwissenschaften, Medien oder Philosophie zusammentreffen und sich u.a. über Unternehmensführung, Ethik oder Megatrends austauschen. Maximilian Harl freut sich auf neue Begegnungen und den Ideenaustausch: „Was mich an dem Programm besonders reizt, ist der inhärent interdisziplinäre Charakter. Mein Ziel ist, mit meinen Mitstipendiatinnen und -stipendiaten Brücken zwischen unseren verschiedenen Disziplinen zu bauen. Dabei hoffe ich auch sehr, dass wir gegenseitig von unseren unterschiedlichen Erfahrungen profitieren können.“

Die zweijährige Weiterbildung umfasst vierwöchige Präsenzphasen während der vorlesungsfreien Zeit. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten bekommen einen Mentor bzw. eine Mentorin aus der Wirtschaft an die Seite gestellt, und sie werden eine gemeinsame Projektarbeit anfertigen. Aber auch Kaminabende mit bekannten Persönlichkeiten und Auslandsreisen stehen auf dem Programm.

Neben vielfältigen Perspektiven erhofft sich Harl auch Orientierung: „Welche Möglichkeiten habe ich später, wo kann es hingehen?“ Der Masterstudent, der sich in Studierendenvertretung und Fachschaft engagiert, betrachtet das Programm auch als Exkurs in politischer Bildung: „Als angehender Wirtschaftsinformatiker habe ich großes Interesse an den Transformationsprozessen unserer Volkswirtschaft. Ich möchte die sozioökonomische Situation in Deutschland und in der Welt besser verstehen und meinen Beitrag dazu leisten.“

In die Politik wagen

Zwei Ereignisse haben den ehrenamtlichen Sanitäter besonders geprägt: Während seines Auslandssemesters vor zwei Jahren in Hongkong habe er die dortigen Demonstrationen hautnah miterlebt, die vom „extremen Verhalten aller Beteiligten geprägt waren“, wie er sagt. „Auf der einen Seite hat die chinesische Polizei die Zimmer der Studierenden durchsucht und die dort wohnenden Protestierenden festgenommen. Auf der anderen Seite haben die Demonstranten die Uni besetzt und angezündet. Das war ein absolut schockierendes Erlebnis.“ Auch sein zweites Auslandssemester in Finnland verlief nicht wie geplant. Aufgrund der dramatischen Corona-Situation Anfang 2020 und der Schließung der europäischen Grenzen musste er das Land innerhalb weniger Stunden verlassen.

Aus Sicht des Stuve-Sprechers gibt es eine Menge zu tun in der Gesellschaft: Die Digitalisierung voranbringen, demokratische Werte und die Marktwirtschaft stärken, aber auch die internationalen Beziehungen bzw. die Außenpolitik anders gestalten. „Im Rest der Welt werden europäische Werte anders gesehen. Ich musste erkennen, wie fragil, unsere politischen Systeme tatsächlich sind“, resümiert er. Er will sich weiterhin an der FAU und der WiSo engagieren, aber auch in die Politik wagen und dort aktiv werden. „Ich will etwas in der Gesellschaft bewegen“, bekräftigt Maximilian Harl.