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Neues DFG-Projekt „Digitale Kontrolle in Arbeitsverhältnissen“ bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen Projektantrag von Prof. Dr. Martin Abraham, Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung, Prof. Dr. Cornelia Niessen, Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben, und Prof. Dr. Claus Schnabel, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre insbesondere Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik, zum Thema „Digitale Kontrolle in Arbeitsverhältnissen“ im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Digitalisierung der Arbeitswelten. Zur Erfassung und Erfassbarkeit einer systemischen Transformation“ (SPP 2267) bewilligt.

Digitalisierung verändert die Art der Arbeit und die Arbeitsverhältnisse. Neue Technologien wie Sensoren am Körper, GPS-Verfolgung und Datenanalyse in Realzeit durch künstliche Intelligenz ermöglichen es, Beschäftigte stärker zu kontrollieren als bisher. Das Projekt beschäftigt sich mit digitaler Kontrolle, worunter die Überwachung und Kontrolle nicht nur von Arbeitnehmern sondern auch von Arbeitgebern und Managern (über Betriebsräte) verstanden wird. Da digitale Kontrolle Vor- und Nachteile für alle Akteure aufweist, wird sie Gegenstand eines komplexen Aushandlungsprozesses sein, der neue soziale und legale Normen hervorbringen dürfte, wie mit Digitalisierung umzugehen ist.

Das interdisziplinäre Projekt (Soziologie, Psychologie, Ökonomie) untersucht, wie die Hauptakteure in Arbeitsverhältnissen, also Arbeitgeber und Manager auf der einen und Arbeitnehmer und Betriebsräte auf der anderen Seite, mit den neuen Möglichkeiten digitaler Kontrolle umgehen. Auf Arbeitgeberseite werden Bedingungen und Faktoren analysiert, die bestimmen, ob und wie Organisationen bestimmte Formen digitaler Kontrolle einführen. Experimentell wird erforscht, unter welchen Umständen Arbeitgeber und Manager an der Implementierung digitaler Kontrolle interessiert sind und wie sie die Interessen und Reaktionen der Mitarbeiter antizipieren. Auf Arbeitnehmerseite werden die Reaktionen der Mitarbeitenden auf die Einführung digitaler Kontrolle, und hier insbesondere ihre Befürchtungen bezüglich der Privatsphäre, experimentell und in einer Längsschnittstudie untersucht. Zudem wird analysiert, ob potenziell moderierende Faktoren wie ein Betriebsrat, eine höhere Entlohnung und Merkmale der Technologie eine Rolle spielen.

Weitere Informationen zum Schwerpunktprogramm sowie zum Rahmenprojekt erhalten Sie auf der Website.